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Schnecken: Biologie und Arten

Obwohl wir in Schnecken gerne nur lästige Übeltäter sehen,
handelt es sich um überaus interessante und spannende Tiere.
Lassen Sie sich überraschen!


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Schnecken - Biologie

Symbol schneckeninfo.de Augen -> (Weinbergschnecke)
Symbol schneckeninfo.de Fühler -> (Gehäuseschnecke)
Symbol schneckeninfo.de Mund -> (Weinbergschnecke)
Symbol schneckeninfo.de Paarung -> (Nacktschnecken)
Symbol schneckeninfo.de Eier und Jungtiere -> (Nacktschnecken)
Symbol schneckeninfo.de Überwinterung oder Schutz vor dem Austrocknen -> (Weinbergschnecke)

Schnecken - Arten

Symbol schneckeninfo.de Spanische Wegschnecken -> (Arion lusitanicus)
Symbol schneckeninfo.de Weinbergschnecken -> (Helix pomatia)
Symbol schneckeninfo.de Egelschnecken - Großer Schnegel - Tigerschnecke - Tigerschnegel -> (Limax maximus)
Symbol schneckeninfo.de Garten-Bänderschnecken -> (Cepaea hortensis)
Symbol schneckeninfo.de Genetzte Ackerschnecken -> (Deroceas reticulatum)
Symbol schneckeninfo.de Rötliche Laubschnecken -> (Monachoides incarnatus)


Biologie:

Augen (Weinbergschnecke)


Augen bei Schnecken 

Am Ende der zwei oberen, großen Fühler sitzen die Augen der Schnecke. Damit sehen sie mehr schlecht als recht. Man geht auch davon aus, dass Schnecken nur in Schwarz-Weiss sehen können. Im Gegensatz dazu wurde jedoch schon häufig beobachtet, dass Schnecken grüne Pflanzen bevorzugen. Rot- oder Brauntöne sind bei Weitem unattraktiver. Dies können Sie nutzen. Pflanzen Sie zum Beispiel den rotlaubigen Pflücksalat "Lollo Rosso" oder bräunliche Eichblattsalate.

Fühler (Gehäuseschnecke)


Fühler bei Schnecken 

Hauptsächlich mit den kurzen, unteren Fühlern ertasten Schnecken ihre Umgebung. Sobald Gefahr droht oder ein Hindernis auftaucht, können sie die Fühler blitzschnell einziehen. Hauptsächlich über die Fühler funktioniert ihr feiner Geruchssinn. Sie wittern Nahrung in bis zu 100 Metern Entfernung.

Mund (Weinbergschnecke)


Mund einer Schnecken 

Schnecken verfügen über eine mit kleinen Zähnchen ausgerüsteten Reibezunge, der Radula. Damit können Sie außerdem feststellen, wie hoch die Zellspannung eines Blattes ist. Wenn eine Pflanze kränkelt oder langsam verwelkt, lässt diese Spannung nach, was Schnecken wiederum sehr appetitlich finden. Die Spanische Wegschnecke kann zum Beispiel pro Nacht bis zu 50 % ihres Körpergewichtes an Grünmasse fressen. Dies entspricht etwa 2,5 kg Pflanzenmasse pro Jahr. Hinzu kommen Schäden durch verschmutzte und verletzte Blätter und Stängel, an denen sich Pilze und Fäulniserreger festsetzen.

Paarung (Nacktschnecken)


Paarung bei Schnecken 

Je feuchter der Lebensraum ist, desto besser können sich Schnecken vermehren. Landschnecken sind Zwitter. Jedes Tier hat also sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane. Sie legen je nach Art bis zu 400 Eier vom Frühsommer bis in den Herbst in Bodenspalten ab. Oft findet man Eigelege auch in Komposthäufen.

Schneckeneier und schlüpfende Jungtiere (Nacktschnecken)


Eier bei Schnecken 

Die Eier sind wasserhell und weißlich durchscheinend. Die Entwicklung vom Ei bis zum geschlechtsreifen Tier dauert etwa 3 Monate. Jungschnecken, Altschnecken sowie spät abgelegte Eier überwintern im Boden. Wenn Sie Schneckeneier finden, dann lassen Sie diese entweder an der Sonne austrocknen oder übergießen Sie diese mit heißem Wasser.

Überwinterung oder Schutz vor dem Austrocknen (Weinbergschnecke)


Überwinterung oder Schutz vor dem Austrocknen mit einer Schleimschicht auf der Sohle 

Bei Kälte oder Hitze ziehen sich Schnirkelschnecken ganz in ihr Häuschen zurück. Auf der weißen Sohle bilden sie eine Schleimschicht. Diese trocknet pergamentartig ab und schützt ähnlich einer Folie.




Schnecken - Arten

Spanische Wegschnecken (Arion lusitanicus)


Spanische Wegschnecke 

Die größten Schäden richtet die Spanische Wegschnecke an. Diese Art wurde in den 60er Jahren aus Portugal eingeschleppt. Jungtiere tragen auf dem Rücken orange-gelbliche Streifen, die sich bald verlieren. Die ausgewachsenen Tiere werden etwa 8 bis 10 cm lang und ihre Hautfärbung reicht von dunkelbraun über grau-grün bis zu rot oder orange. Nun sind sie äußerlich auch nicht mehr von unseren heimischen Wegschnecken zu unterscheiden. Sie verdrängt hiesige Schneckenarten, da sie bei Angriffen so viel äußerst bitteren Schleim absondert, dass sie von vielen natürlichen Feinden gemieden wird. Zudem frisst sie stark duftende oder hartlaubige Pflanzen, die unsere Schnecken verschmähen. So besetzt sie mehr und mehr den Lebensraum anderer Schneckenarten und stört massiv das biologische Gleichgewicht.

Weinbergschnecken (Helix pomatia)


Weinbergschnecke 

Weinbergschnecken bevorzugen - wie viele Rebsorten - kalkhaltige Böden, um Ihr Haus auszubilden. Schäden durch diese Art halten sich in Grenzen. Dies dürfte mit daran liegen, dass sie durch ihr Gewicht und das sparrige Häuschen schlechter an Pflanzen hochkriechen können als die äußerst wendigen Wegschnecken. Es wurden auch schon öfter Weinbergschnecken beobachtet, die Eigelege von Nachtschnecken ausfraßen. In vielen Regionen gelten Weinbergschnecken als Delikatesse. Ich möchte Ihnen jedoch dringend abraten, selbst Weinbergschnecken zu sammeln. Zum einen stehen sämtliche Schneckenarten mit Häuschen unter Naturschutz. Zum anderen können Schnecken problemlos äußerst giftige Pflanzen fressen, ohne Schaden zu nehmen. Sie lieben zum Beispiel angefaulte Früchte der Echten Tollkirsche (Atropa belladonna). Das Gift reichert sich dabei im Schneckenkörper an. In einem Test wurden Weinbergschnecken nur einen Tag lang mit Tollkirschen gefüttert und danach untersucht. Bereits der Verzehr zweier Schnecken hätte gereicht, einen erwachsenen Menschen ins Jenseits zu befördern!

Egelschnecken, Großer Schnegel, Tigerschnecke, Tigerschnegel (Limax maximus)


Egelschnecke 

Schon häufig haben mir entsetzte Gärtner geschrieben, sie hätten eine Monsterschnecke, Tigerschnecke bzw. einen Tigerschnegel im Garten. Die korrekte Bezeichnung lautet "Egelschnecke". Sie ist in der Tat mit bis zu 20 cm Körperlänge Grauen erregend und damit eine der größten Schneckenarten in unseren Breiten. Der ganze Körper ist auf hellgrau-bräunlichem Grund mit grauen und schwarzen Flecken übersät. Dies ähnelt im Grunde weniger einem Tigermuster sondern eher der Fellzeichnung eines Leoparden. Diese "Tigerschnecke" kommt oft am Waldrand vor und richtet kaum Schäden an. Bereits mehrfach berichteten mir Naturfreunde, sie hätten gesehen, wie der Große Schnegel junge Nacktschnecken vertilgt.

Garten-Bänderschnecken (Cepaea hortensis)


Garten-Bänderschnecke 

Garten-Bänderschnecken - ohne Bänder (Cepaea hortensis)


Garten-Bänderschnecke ohne Bänder 

Die Garten-Bänderschnecke wird nur etwa 15 mm groß. Sie lebt auf dem Boden, klettert aber auch auf Sträucher und Bäume. Sie bewohnt Lichtungen, feuchte Wälder aber auch Gärten. Normalerweise kann man sie sehr gut an den haselnussbrauen Streifen erkennen. Aber man findet auch Exemplare ohne Bänderung.

Genetzte Ackerschnecken (Deroceas reticulatum)


Genetzte Ackerschnecke 

Die etwa 3 bis 5 cm lang werdende Genetzte Ackerschnecke kann man leicht an ihrer Zeichnung erkennen. Über dem braun-gräulichen Körper liegt eine dunkelgraue, netzartige Maserung. Sie kann massive Schäden anrichten. Wie es scheint, lässt sich diese Art gut mit Nematoden (Phasmarhabditis hermaphrodita) bekämpfen. Nematoden sind Nützlinge, die Sie mit dem bloßen Auge kaum sehen können. Sie dringen über die Atemhöhle in die Schnecken ein und sondern dort ein Bakterium ab, das zum Absterben der Tiere führt.

Rötliche Laubschnecken, Inkarnatschnecke (Monachoides incarnatus)


Rötliche Laubschnecke 

Inkarnatschnecken mit ihrem wunderschönen Häuschen sind selten geworden. Die Spirale ist etwa 13 bis 16 mm breit und läuft an der Mündung rötlich aus. Sie leben im Laub, auf feuchten Waldböden oder unter Hecken. Solange die Tiere noch jung sind, klettern Sie vereinzelt an Pflanzen hoch.



   
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